Resilienz im Alltag steigern
- Rita Schreiber

- vor 5 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Mit Shadow Work Prägungen lösen und innere Freiheit gewinnen

Alte Muster erkennen
Die meisten haben das Gefühl, sich im Alltag beweisen zu müssen.
Der ewige Kampf um den eigenen Platz zu erhalten oder einen anderen zu erreichen. Bereits in der Schule gibt es nach den Ferien das übliche Gerangel mit der Frage:
wer sitzt wo und neben wem.
Abstufungen auf der Beliebtheitsskala, der Wunsch, die Freundin oder den besten Kumpel neben sich zu haben, möglichst weit hinten zu sitzen etc.
Ich mochte diesen ersten Morgen im neuen Klassenzimmer nicht, habe ihn als Kind jahrelang gefürchtet. Und du?
Im Studium oder Arbeitsleben geht es dann weiter. Hier ist es weniger der Sitzplatz als vielmehr die Stellung im sozialen Umfeld. Mobbing? Weit verbreitet.
All das kann krank machen oder sogar zu Extremhandlungen führen.
Es ist das Gefühl, immer kämpfen zu müssen und die meisten würden ein friedliches und entspanntes Leben vorziehen.
Sicher, manch einer bekommt im Kampf seinen Adrenalinkick und liebt es, aber viele fühlen sich eher ausgelaugt.
Doch wie gelangt man nun zu mehr Resilienz, zu mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag?
Neben der Sehnsucht sitzt vermutlich ein tief verankertes Gefühl, dass es doch gar keine Veränderung geben kann, solange der Widersacher weiter Stress macht, mobbt und den eigenen Platz angreift. Richtig?
Von der Schulzeit, dem Kindergarten oder von Zuhause haben wir die Prägung erhalten, dass es ein Gerangel um den Platz gibt.
Eine solche Erfahrung führte zu unangenehmen Gefühlen von Schmerz und Ohnmacht und der sich anschließenden Entscheidung, entweder kämpfen zu müssen oder aufzugeben und mit größter Wahrscheinlichkeit wurde der dazugehörige Schmerz runtergeschluckt und möglichst tief weggedrückt.
Das Endlager ist fast immer im Bauch.
Dazu gehört eine innere Entscheidung, die sich wie ein Gesetz anfühlen kann:
„Ich habe eh keine Chance“ oder „Dem werde ich es zeigen…“, „Na warte…“ usw.
Ähnliche Situationen verfestigten diese Glaubenssätze jedes Mal wieder.
Kommt es dann Jahre später im Berufsleben zu Mobbing oder dem Wettlauf um die Beförderung, werden alle alten Gefühle mit samt den Entscheidungen reaktiviert.
Das läuft automatisch und unbewusst.
Selbst die eigenen Kinder, die um unsere Aufmerksamkeit rangeln, können an die unerwünschten Gefühle erinnern und eine Kette an Emotionen und Reaktionen auslösen. Von Wut bis Handlungsunfähigkeit kann alles dabei sein, wir reagieren im Muster, um ja den eigenen Schmerz nicht mehr zu spüren.
Dies ist nur ein Beispiel wie sich Prägungen entwickeln. Es gibt viele verschiedene, jeder hat seine eigenen, je nach den persönlichen Erlebnissen. Was immer gleich ist, ist das Wegdrücken von tiefem Schmerz und die benötigte Kraft, die ständig aufgewendet werden muss, diese unangenehmen Gefühle zu deckeln.
Es gibt also unbewusst ausgelöste Verhaltensabläufe, die Menschen, vor allem wenn sie uns gut kennen, jederzeit aktivieren können.
Sicher kennst du auch die Denkmuster anderer. Du weißt, wenn du den einen Satz sagst, was Dein Gegenüber antwortet oder wie er reagieren wird.
Es kann sogar Spaß machen oder hilfreich sein, womöglich strategisch, dieses gezielt einzusetzen, nicht wahr?
Aber willst du ein Spielball bleiben? Sicher nicht! Da ist es doch besser, nicht mehr so abschätzbar zu sein.
Dummerweise sind die Entscheidungen im Hintergrund der meisten Reaktionen tief vergraben.
Wie kommst du also in deine persönliche Freiheit?
Disclaimer: im Folgenden beschreibe ich den Wandlungsaspekt - hin zu mehr Vertrauen in die eigene Kraft vor dem Showdown des Protagonisten - anhand von drei Filmbeispielen.
Solltest Du die Filme noch nicht kennen, könntest Du hier Details erfahren.
König der Löwen
Save the Last Dance
Harry Potter
Innere Stärke entwickeln
Es braucht etwas Mut - für sich selbst. Nicht viel, nur insoweit, dass du bereit bist, zu deiner Vergangenheit mit den unangenehmen Gefühlen und Entscheidungen zurück zu reisen und dir noch mal anzuschauen, was passiert ist.
Allerdings nicht mehr ausgeliefert, sondern mit der heutigen Macht des Erwachsenen und dem Wunsch, dem kleinen ICH, deinem Inneren Kind, dem Inneren Teenager oder früheren ICH (selbst wenn das Ereignis erst wenige Stunden zurück liegt) zu helfen.
Denn jetzt bist du handlungsfähig und aktiv.
Zum einen kannst du dir in diesem Prozess die Entscheidungen bewusst machen und bist dadurch auch in der Lage sie aufzulösen und zum anderen präsentiert dir dein Unterbewusstsein ganz neue autonome Bilder von Lösung und Lebendigkeit.
Ich mache diese Arbeit seit über dreißig Jahren und diese Verwandlungen passieren zuverlässig. Shadow Work bringt Licht ins Dunkel.
Unser Innerstes präsentiert im Anschluss Bilder und Gefühle, die lebendiger sind.
Wie ein Naturgesetz.
Alles in uns will sich erlösen.
Am Ende der Aufarbeitung in jeder Sitzung passiert also etwas magisches…
Kennst du von Disney den Film „König der Löwen“?
Damit Simba den Thron seines Lebens einnehmen kann, hört er den Satz: „Erinnere dich, wer du bist“.
Er muss sich seiner Vergangenheit und dem Schmerz stellen, dass sein Vater gestorben ist, denn er war vor diesen Gefühlen weggelaufen. Mit dem Mut hinzuschauen, bekommt er die Kraft, seinen angestammten Platz einzunehmen.
Es ist zunächst also immer eine Angst vor dem Schmerz, die wahlweise kämpfen oder weglaufen erzeugt.
Sich diesen unterdrückten Gefühlen zu stellen, gibt dir zum einen die Kraft zurück, die vorher in der Vermeidung gebunden war und zum anderen schafft sie im Inneren eine tiefere Verbindung zu dir selbst.
Ein Hinschauen und lösen der alten Erlebnisse führt somit zu mehr Ganzheitlichkeit und mehr Selbst-Bewusstsein.
Doch die eigentliche Magie liegt noch tiefer….
Emotionale Resilienz entwickeln
Dadurch bist du dir deiner selbst bewusster und nun freier von den roten Knöpfen, die die anderen bei dir drücken können, mit anderen Worten, du verdrängst nicht mehr so viele Gefühle und du lässt dich mehr auf den Lebensfluss ein.
Damit veränderst du auch deine Sicht- und Handlungsweisen.
Du trägst in der Folge die Veränderung, die in dir geschieht, nach Außen.
So bewirkst du auch im anderen neue Reaktionen auf deine Impulse und du bist nun in der Lage, Situationen zu kreieren, die dir andere Erfahrungen und Erkenntnisse bringen. Es geschieht die Sprengung alter verkrusteter Strukturen, sei es in der Familie oder im Beruf.
Dies bringt dich zu Wachstum, Weiterentwicklung und mehr Resilienz im Alltag.
Und es geht noch tiefer….
Viele Hollywood-Filme zeigen dies:
Die Hauptfigur im Film will ein Ziel erreichen, zum Beispiel eine bestimmte Rolle in einem Stück spielen, die Liebe ihres Lebens erobern oder einen Kampf führen.
Sie hat sich bestimmte Fähigkeiten angeeignet: Kämpfen, Tanzen, Singen, Zaubern,…
Doch so sehr sie sich auch bemüht, die Situation oder das Gegenüber erscheint stärker, der Kampf aussichtslos.
Im Showdown passiert für den Protagonisten ein tiefer Wandlungsprozess.
Er oder sie muss sich mit seinen inneren Verwundungen auseinandersetzen.
Im „König der Löwen“ ist es der Schmerz, den Vater verloren zu haben, Harry Potter muss den Schmerz annehmen, dass er ohne Eltern aufwuchs, In „Save the Last Dance“, hatte die Hauptdarstellerin ihre Mutter durch einen Autounfall verloren.
Häufig wird der Verlust von geliebten Personen als stärkstes Beispiel verwendet, denn es berührt die Zuschauer in der Tiefe und in ihrer wahrscheinlich größten Angst.
So können sie die Reise emotional verfolgen und nachvollziehen.
Der oder die Hauptdarstellerin hat sich zuvor bestimmte Fähigkeiten angeeignet.
Das Talent oder die Passion ist perfekt ausgebildet, aber das Ziel ist erst erreichbar mit der Integration des eigenen Schmerzes oder dem Eingeständnis von eigenen Unzulänglichkeiten, einem Fehlverhalten oder einer Herzöffnung und mit Vertrauen in sich selbst.
Der Mut zu sich zu stehen, bringt die nötige Kraft und das unumstößliche Vertrauen in den stimmigen Ablauf des kommenden: das Richtige wird geschehen.
Die Beispiele der inneren Wandlung, die Hollywood in unzähligen Filmen zeigt, sind nicht nur eine Magie auf der Leinwand, eine Fiktion.
Taylor Swift singt bereits ihr Leben lang von Verwicklungen, von Wünschen und Sehnsüchten, vom Fallen und Aufstehen. Sie hat sich ihren Gefühlen immer wieder aufs Neue gestellt, sich ihre vermeintlichen Fehler zugestanden, hat gelernt, sich entwickelt.
Mit ihren Texten hat sie bisher schon unzählige Menschen erreicht, da sich diese in den Songs spiegeln und gesehen fühlen.
Im aktuellen Album „The Life of a Showgirl“ von ihr heißt es nun im Song „Father Figure“: „I protect the Family“.
Sie ist nicht mehr darauf angewiesen, die Macht und Entscheidungsgewalt auf dem Entwicklungsweg an eine außenstehende Kraft abzugeben, die vermeintlich fördert und schützt. Sie hat mit dem Vertrauen in ihre Entscheidungen und in ihre Kraft, ihren Platz eingenommen und konnte sich im Ergebnis ihre Rechte zurückholen.
Am Anfang einer Reise ist nicht sichtbar, wohin sie führen wird.
Entscheidend ist der wachsende Glaube und die Achtsamkeit für sich selbst, sowie der Mut zur eigenen Gefühlswelt.
Es ist die Magie, die jeder erleben kann, der sich seiner eigenen Geschichte stellt.
Es wird sich im Außen umsetzen.
That’s Magic….




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