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Fallbeispiel Rückenschmerzen

Aktualisiert: 8. Juli 2023

In unregelmäßigen Abständen findest Du hier Fallbeispiele meiner Arbeit zu spezifischen Themen.


Heute geht um eine Klientin von Mitte 50, die monatelang unter heftigsten Rückenschmerzen litt. Sie hatte zwar schon 2 - 3 mal in ihrem Leben einen Hexenschuss durchlitten oder Schmerzen im unteren Rückenbereich nach intensiver Anstrengung erlebt aber diese Intensität und vor allem Beständigkeit des Schmerzes war ihr neu.

Hier ist ihre Geschichte:


Schmerzen bestimmten den Alltag


Die Klientin hatte bereits seid Wochen unerklärliche Rückenschmerzen.

Im Bett konnte sie sich kaum drehen, bei jeder Bewegung wurde sie wach.

War sie nach mühevollen Anläufen endlich unter Schmerzen aufgestanden, so konnte sie sich im Bad vor dem Waschbecken kaum gerade halten. Eine leicht vorgebeugte Haltung war gar nicht möglich.

Sie konnte immer nur eine Hand nass machen, mit der anderen musste sie sich abstützen.

So schleppte sie sich durch den Tag.

Sitzen ging vorübergehend, Liegen war ok aber Stehen und Laufen nahezu unmöglich. Es gab aber auch Phasen, da konnte sie besser Stehen als Sitzen.

Der Alltag war kaum zu bewältigen. Ständig suchte sie nach einer Körperhaltung, die den Schmerz mildern konnte.





Unsicherheit bestimmte ihr Leben


In ihrem Leben hatte sich gerade einiges geändert:

Eine Arbeitslosigkeit stand kurz bevor, ihre alte Katzendame ging nach kurzer schwerer Demenz und Nierenversagen über die Regenbogenbrücke.

Ihre Mutter wurde ebenfalls immer vergesslicher und schimpfte über den Tag wie ein Rohrspatz über alles und jeden. Zudem witterte die Mutter in jedem Menschen eine Gefahr für Leib und Leben und beschuldigte die Familie des Diebstahls und der Freiheitsberaubung. Eine Energie, die der Familie viel Kraft abverlangte, zumal die Zukunft keine Besserung versprach.

Die anstehende Arbeitslosigkeit brachte die Klientin in ihre Existenzängste, immerhin war ihre große Tochter im Studium noch vor der großen Abschlussprüfung und die jüngere Tochter noch mitten im Studium. Zudem musste sie die Raten für ihr Haus weiter aufbringen.



Körpertherapeutische Maßnahmen zur Schmerzlinderung waren gescheitert


Eine Physiotherapeutin bearbeitete, im Versuch den Rückenschmerzen beizukommen, intensiv die Faszien, aber der Schmerz verschlimmerte sich sogar.

Eine Osteopathin stellte zwei verschobene Kreuzbeinwirbel fest und brachte sie wieder in Position.

Die Klientin war im vorangegangenen Winter zweimal "Spagat-ähnlich" gestürzt: einmal riss es ihr ein Bein nach vorne weg und einmal zur Seite.

Nun hatte sie zumindest den Anhaltspunkt, dass eine andauernde Entzündung durch die Fehlstellung der Wirbel für die Schmerzen verantwortlich war.

Neben vielen Massagen, die ihre verkrampfte Muskulatur entlasten sollten, musste nun also die entstandene Entzündung abklingen. Doch es tat sich nichts.

Die Schmerzen blieben, wochen- ja monatelang.



Die Klientin wollte den Schmerzhintergrund mit Psychobionik Einzelsitzungen aufdecken


Schließlich kam sie zu Einzelsitzungen. Die Arbeitsweise der Psychobionik war ihr vertraut.

In einem längeren Prozess hatte die Klientin bereits in früheren Sitzungen große Teile ihrer Geschichte aufgearbeitet: Missbrauch, Scheidung der Eltern, Abbruch der Beziehung seitens des Vaters, Enterbung….- ohne Erklärungen…


Doch nun entdeckten wir ihre älteste und tiefste Verwundung:

Zunächst folgte sie der Spur des Schmerzes und bearbeitete eine bekannte Situation:

Sie war in Steißlage geboren worden, mit einem Bein nach oben - wie im Spagat.

Sie war auch 6 Wochen zu früh auf die Welt gekommen und immer wieder hatte ihre Mutter in der Kindheit erzählt, dass ein Bein nach der Geburt eingegipst wurde, um die Fehlstellung zu beheben.

Sie wusste außerdem, dass sie nie gestillt worden war, da die Ärzte sie zu spät der Mutter angelegt hätten und dass sie am Anfang in ein Wärmebettchen gekommen sei.

Da es kein Brutkasten war, konnte sie sich nie viel darunter vorstellen. Sie hatte auch niemals zuvor nachgeforscht was dies bedeuten könnte, denn es waren Worte, die sie seid frühester Kindheit gehört hatte. In ihrem Kopf gab es die Vorstellung, dass sie nach der Geburt ganz normal wie alle Neugeborenen bei der Mutter gewesen war…

Sie selbst hatte ihre zwei Töchter als Hausgeburten bekommen und sie von Anfang an in den Armen gehalten und umsorgt.






Eine totgeschwiegene Wahrheit kommt ans Licht


Doch im weiteren Therapieverlauf kam sie ihrer wahren Geschichte auf die Spur. So lange bei ihrer Mutter noch Erinnerungen abrufbar waren, stellte sie nun gezielte Fragen und bekam überraschende Antworten:

Ende der 60-iger Jahre: die Mutter hatte 6 Wochen vor dem Geburtstermin endlich ihren ersehnten Mutterschutz und machte sich als Erstes ans Fenster putzen, etwas was sie eventuell länger nicht mehr würde tun können, wenn erst einmal das Baby da wäre...

Doch vom Strecken setzten überraschend die Wehen ein und so kam die Kleine, noch ganz zierlich, leicht und dünn, 6 Wochen zu früh. Sie hatte keine Zeit gehabt, sich zu drehen, weshalb sie im Spagat in Steißlage das Licht der Welt erblickte.

Nach der Geburt wurde sie erst einmal gründlich untersucht, schließlich wollte man die Fehlstellung genau ergründen. Ein Gips folgte umgehend.

Sie kam in ein Wärmebettchen auf der Säuglingsstation und die Mutter durfte sich erst mal gründlich ausruhen.

Nach ein paar Stunden wurde den frischgebackenen Eltern erlaubt, ihr Kind zu besuchen.

Auf Nachfragen und für die Klientin unvorstellbar, erfuhr sie, dass die Eltern 1,5 Meter entfernt vom Bettchen stehen blieben und es aus der Ferne bestaunten.

Sie wollten oder durften nicht näher heran, da das Baby ja so empfindlich sei und keinen Keimen ausgesetzt werden sollte.

Nach etwa drei Tagen wurde es der Mutter zum ersten Mal angelegt, doch es kam keine Milch mehr.

Flaschennahrung galt zu der Zeit - Ende der 60-iger Jahre - sowieso als die bessere Alternative.





Mit der Zeit fand die Klientin bruchstückhaft weiter heraus, dass ihre Mutter täglich das Kind besuchte. Ihr Mann brachte sie morgens vor der Arbeit ins Krankenhaus und holte sie abends wieder ab.

Die Mutter wiederum hatte Angst, das Kind hochzunehmen, sie war wohl zu ängstlich, dass sie was kaputt machen könnte, zudem, begründete sie, sei das Kind einfach zu schwer zum Tragen gewesen. Und so streckte sie immer wieder ihre Hand ins Wärmebettchen, damit die Kleine den Finger halten konnte.

Die Klientin lag also in den ersten drei Wochen ihres Lebens alleine auf einer Säuglingsstation, ohne menschliche Nähe und die Wärme der Mutter, ohne zu spüren, wo sie hingehört und mit dem Gefühl dass es nie anders werden würde.

Ein Baby hat kein Zeitgefühl, alles was geschieht ist für immer und ewig.



Hoffnung: Zuhause ist alles anders


Als sie schließlich nach diesen unendlichen drei Wochen nach Hause durfte, folgten ihre Eltern den neuesten Erziehungstrends: Stillen nach festen Zeiten alle 4 Stunden, Flaschenmilch wie gehabt und abends hinlegen und notfalls schreien lassen, wenn das Baby nicht von alleine einschlafen will. Tür zu und Ohren zuhalten.

Die Eltern hatten in der Kindheit immer wieder erzählt:

„Du warst ein Schreikind. Dein Vater wollte deshalb kein weiteres Kind“.

„Die Kinderärztin hat immer gesagt, das Schreien sei dein täglicher Spaziergang, das kräftigt deine Lungen“. "Du hast ein Jahr lang geschrien".

Mutter und Vater hatten nicht bemerkt, dass ihre kleine Tochter bereits in den ersten Wochen spürte, dass sie sich im weiteren Leben nur noch auf sich verlassen konnte, es gab keine Bezugspersonen. Insofern hatten die Eltern auch keine Chance mehr einen innigen Kontakt zu ihrem Kind aufzubauen, ihr Kind hatte sich längst, bereits im Säuglingsalter, abgenabelt und zurückgezogen. Aber auch die Eltern wären zu so einem engen Kontakt nicht in der Lage gewesen, sie hatten ja zuvor auch die Verzweiflung ihrer Tochter nicht gespürt.

Sie bemerkten auch nicht, dass ihre Tochter, als sie irgendwann mit dem Schreien aufhörte, in dem Moment aufgab.

Sie spürten nicht, dass sie ihrer Tochter die Wurzeln und das Vertrauen in die Welt nahmen.





Nach über 50 Jahren führt ein Weg in die Freiheit

- mit psychoionischen Sitzungen


Nach den Psychobionik-Einzelsitzungen und der Verarbeitung ihrer Vergangenheit war die Klientin in der Lage tiefgreifende Entscheidungen zu treffen.

Sie hat sich entschlossen selbständig zu sein, ihren eigenen Weg zu gehen, ohne Abhängigkeit von einem Vorgesetzten, ohne finanzielle Abhängigkeit.

Sie will sich auf ihre eigenen Stärken konzentrieren, ihrer Kraft vertrauen…


Die Rückenschmerzen ist sie los.

Heute ist sie dankbar für die Hinweise ihres Körpers.





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